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H.265-Content bleibt wie erwartet Lizenzkostenfrei

Am 16. Januar gab die MPEG Licensing Administration (MPEG LA) in einer Pressemitteilung bekannt, dass sie voraussichtlich keine Lizenzgebühren für Videos erheben wird, die mit dem H.265-Codec (HEVC / MPEG-H Part2) encodiert wurden.

Damit folgt sie den allgemeinen Erwartungen des Marktes und lockert die Bedingungen gegenüber dem Vorgänger-Codec sogar noch etwas, denn bei H.264-Inhalten (AVC / MPEG-4 Part 10) werden noch Lizenzgebühren für Paid Content, also Pay per View oder Abo-Inhalte, fällig.

Wie erwartet gebührenpflichtig ist die Herstellung von H.265-Encodern und -Decodern, hierbei werden 0.20 US-Dollar pro verkaufter Einheit fällig, die ersten 100.000 Einheiten sind frei, eine Deckelung der Gebühren liegt bei 25 Millionen US-Dollar.
Zum Vergleich: Diese Deckelung liegt bei H.264-Encodern und -Decodern bei 6,5 Millionen US-Dollar.

Mit diesen Lizenzbedingungen setzt die MPEG LA den H.265-Codec in eine gute Position gegen den gebührenfreien Konkurrenten VP9 aus dem Hause Google, der ohnehin gegen den schon gesetzten Industriestandart einen schweren Stand haben wird, ähnlich wie es schon beim „Codec War“ zwischen H.264 und VP8 geschehen ist.

Es bleibt abzuwarten, ob die MPEG LA auch beim H.264-Codec die Lizenzgebühren für Bezahlinhalte streichen wird, die aktuellen Lizenzbedingungen dafür laufen allerdings erst am 31. Dezember 2015 ab.

Update: Leider hat sich in der Zwischenzeit mit dem HEVC Avanced-Konsortium ein weiterer Lizenzgeber aufgetan, was die Situation bei den Lizenzgebühren von H.265 nicht übersichtlicher macht.

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