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Softwaretest: Sorenson Squeeze 8.5

Vor etwa zwei Wochen veröffentlichte Sorenson Media die Version 8.5 ihres Encoding-Programms Squeeze und versprach bis zu sechs mal schnelleres Encoding als andere Encoding-Programme. Ich habe Squeeze 8.5 im Praxisbetrieb getestet:

Versionen und Installation

Squeeze 8.5 ist in der Standard-Version für 799 US-Dollar online erhältlich, die Pro-Version bietet zusätzlich DNxHD und Dolby Pro Audio, auf dem Mac auch ProRes Encoding und kostet 999 US-Dollar. Beide Versionen sind für OS X und Windows erhältlich und bieten Encoding in die gängigen Formate inklusive WebM und MKV, Adaptive Formate werden mit Apple HLS, Microsoft Smooth Streaming und dem neuen MPEG-DASH abgedeckt, die Windows Version bietet auch Flash Dynamic Streaming.

Die Installation geht nach erfolgter Registrierung mit Kreditkartendaten auf sorensonmedia.com und anschließendem Download flott und problemlos von statten.

User Interface

Auf den ersten Blick findet sich auf der Bedienungsoberfläche nichts neues, lediglich zwei neue Eingabefelder für In- und Out-Timecode sind zu finden. Wie von früheren Versionen gewohnt, werden Encoding-Settings von der Übersicht auf der linken Seite in das Batch-Fenster gezogen und die zu encodierende Videos in das Preview-Fenster geschupst.

Watchfolder sind gewohnt schnell angelegt, allerdings benötigt Squeeze wie bisher zwei Instanzen um Watchfolder und manuelle Jobs parallel zu bedienen.

Geschwindigkeit: Ja! Aber…

Sorenson verspricht ein signifikant schnelleres Encoding diverser Formate. Dies wird erreicht durch Aufteilung des zu encodierenden Videos in mehrere kleine Chunks, die parallel abgearbeitet werden. Dadurch werden die Prozessorkerne besser ausgelastet und tatsächlich wird das Encoding dadurch deutlich schneller. Einen Nachteil hat diese Methode allerdings: Die vielen Einzelfiles müssen am Ende alle zur finalen Datei zusammengefügt werden, was seine Zeit benötigt. So zeigt sich das schon von anderen Programmen bekannte Phänomen, dass die laut Anzeige letzten fünf Sekunden des Encodings schon mal einige Minuten dauern können. (Immer ganz besonders spannend, wenn der Kunde hinter einem steht.) Je größer die einzelnen Chunks sind, desto mehr Zeit benötigt dieses Zusammenfügen. Dadurch dauert ein Encoding eines kurzen Files in ein Format mit hoher Dateigröße (z.B. unkomprimiertes Quicktime) mit dieser Methode unter Umständen deutlich länger als nach der alten, vermeintlich langsameren Vorgehensweise. In den Präferenzen lässt sich unter „Compression System Load“ die Anzahl der Chunks regulieren, falls man das System auf ein bestimmtes Output-Format optimieren möchte.

 

Deinterlacing

Das Deinterlacing ist eine nicht zu unterschätzende Komponente beim Encoding von im Zeilensprungverfahren aufgezeichneten Material. Squeeze bietet mehrere adaptive Methoden an, wobei das voreingestellte „Auto Adaptive Disolve Field“ in meinen Tests zur Kantenbildung neigte, weshalb ich meist „Adaptive Blend“ zum deinterlacen bevorzuge.

Fazit

Sorenson Squeeze 8.5 bietet in den meisten Fällen ein deutlich schnelleres Encoding als in der vorherigen Version. Ein Update lohnt also allemal, Sorenson bietet hier diverse Angebote an. Auch für Neueinsteiger ist Squeeze 8.5 ein robustes, schnelles Werkzeug mit guten Presets und durch die Integration von Mainconcept- und X.264-Encodern inklusive der Bearbeitbarkeit aller Parameter kann eine sehr gute Encoding-Qualität erreicht werden.

Sorenson Squeeze 8.5 ist meine Empfehlung für den Encoding-Job zwischendurch oder als Standard-Programm für bis zu 20 Encoding-Jobs pro Tag.

 


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