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Lovefilm im 30 Tage Gratis-Test

Lange Winterabende, nichts Passendes im Fernsehen, das ist die große Stunde der Video on Demand-Dienste. Ein großes Angebot an Filmen und TV-Serien, jederzeit auf Knopfdruck verfügbar. In einer Testreihe über die Marktführer in diesem Segment beginnen wir mit dem 30 Tage Gratis-Test der Amazon-Tochter Lovefilm.

Lovefilm ist seit 2006 im deutschen Markt aktiv und startete ursprünglich als Verleiher von DVDs im Postversand. Für eine monatliche Gebühr bekommen Kunden ein bis zwei DVDs aus ihrer Wunschliste zugeschickt, diese schicken die Scheiben nach Ansicht wieder zurück, worauf die nächsten Posten der Liste versandt werden. Obwohl diese auf den ersten Blick recht umständliche Methode für einen Hardware-Versender wie Amazon keine besonders große logistische Herausforderung darstellt und nah am Kerngeschäft liegt, startete Lovefilm im Dezember 2010 mit dem Aufbau einer Video on Demand Online-Videothek.

Screenshot Lovefilm
In jüngster Zeit kauft Lovefilm für diese VoD-Plattform auch exklusiven Content ein, aktuell die Serie ‚Hemlock Grove‘, eine Horror / Mystery-Serie aus dem Hause Netflix, die mit ihren attraktiven Hauptdarstellern sicherlich einige Fans aus der ‚Twilight‘-Ecke anziehen kann. Allerdings gibt es in Hemlock Grove keine glitzernden Vampire und der komplette Look kommt deutlich morbider daher.


Video: Trailer zu Hemlock Grove

Im Video on Demand-Angebot von Lovefilm können für 6,99 Euro im Monat jederzeit und unbegrenzt Filme und TV-Serien angesehen werden. Dabei werden die Filme nicht nur im Webbrowser sondern auch auf iPhone und iPad, neueren Sony Blu-ray Playern und Smart TV-Geräten von Samsung und Sony, dem Kindle FireHD, auf den Spielkonsolen Xbox360 und Ps3 sowie neuerdings auf der Playstation 4 und XBox One abgespielt.

Anmeldung

Zur Anmeldeseite für den 30 Tage Gratis-Test gelangt man am besten über diesen Link.
Für bestehende Amazon-Kunden gestaltet sich die Anmeldung recht einfach, denn man kann sich einfach mit den Zugangsdaten zu seinem Kunden-Konto einloggen. Neukunden müssen sich ein Amazon-Konto anlegen.

Wer nach dem Testzeitraum nicht von Lovefilm überzeugt ist, muss das Angebot mindestens 24 Stunden vor Ablauf der 30 Tage kündigen. Ansonsten verlängert sich das Abo um einen weiteren Monat.

Screenshot Lovefilm

Angebot

Einmal eingeloggt, präsentiert sich dem Kunden ein reichhaltiges Angebot an Filmen und TV-Serien, wobei gerade bei den Filmen der eine oder andere aktuelle Blockbuster nicht verfügbar ist, obwohl diese auf DVD/Blu-ray und auch bei Pay per View-Diensten der Konkurrenz verfügbar sind. Dennoch ist für jeden Geschmack ausreichend Auswahl vorhanden, auch an kindgerechte Filme wurde dabei gedacht. Originalversion-Gucker werden allerdings nur bei einzelnen TV-Serien fündig. Für das FSK 18-Angebot ist eine gesonderte Altersverifizierung per Postident notwendig.

Screenshot Lovefilm

Qualität

Das Angebot von Lovefilm wird hauptsächlich über das Silverlight Browser Plug-In im adaptiven Smooth Streaming-Verfahren ausgeliefert. Was natürlich zu den typischen Silverlight-Problemen führt: Das Plug-In muss eventuell erst noch installiert werden und vor dem Umschalten in den Vollbild-Modus erfolgt unter Umständen eine störende Rückfrage, ob der Modus auch wirklich eingeschalten werden soll.

Silverlight bietet sich für Lovefilm durch sein bewährtes DRM-Verfahren und einfaches adaptives Streaming natürlich an, es bleibt abzuwarten, wann Lovefilm auf modernere Verfahren wechselt, schließlich wird bei der iOS App höchstwahrscheinlich ein transmuxing zu Apple HLS eingesetzt.

Nach Start eines Videos sind die Zeiten für Lizenzabfrage und Buffering erstaunlich kurz, lediglich auf Macintosh-Rechnern störte beim ersten Start eine Nachfrage, ob der Lizenzschlüssel gespeichert und verwendet werden dürfe.

Wie für adaptives Streaming typisch, startet das Video in einer recht geringen Qualitätsstufe, um dann stufenweise auf die für die jeweilige Abspielumgebung (Internet-Bandbreite, Hardware) optimale Qualität hochzuschalten. Damit werden zwar kurze Buffer-Zeiten erreicht, allerdings wundert sich der Laie oft, dass das Video so pixelig startet. Hier könnte durch eine Bandbreitenmessung im Vorfeld die Startqualitätsstufe intelligenter angepasst werden.

Lovefilm gibt für die maximale Full HD-Qualität eine nötige Bandbreite von 12 MBit/Sekunde an. Die Testumgebung erreicht diese Anforderung locker, trotzdem sind in kritischen Bildbereichen deutliche Kompressionsartefakte sichtbar, was darauf schließen lässt, dass die tatsächliche Videodatenrate deutlich unter diesem Wert liegt. Was allerdings nicht untypisch für Video on Demand-Dienste ist, hohe Datenraten verursachen hohen Traffic, der erstens zuverlässig ausgeliefert und zweitens auch bezahlt werden muss.

In Sachen Encoding-Qualität sollte Lovefilm allerdings trotzdem noch nachbearbeiten. Der US-VoD Ableger von Amazon (Amazon Instant Video) hat dafür den weltweit anerkannten Spezialisten Ben Waggoner eingestellt, vielleicht schwappt da der ein oder andere gute Tipp über den großen Teich.

lovefilm_4
Im Testzeitraum war einmal der Lizenzserver nicht erreichbar, wodurch die Videos nicht gestartet werden konnten. An einem Sonntagabend, also zu einer Zeit, in der vermutlich recht viele Zugriffe auf Lovefilm stattfinden, kam es sogar zu Unterbrechungen im laufenden Film. Diese Störungen waren zwar nach wenigen Minuten beseitigt, allerdings für den Filmgenuss natürlich sehr nachteilig.

In Sachen Usability kann Lovefilm glänzen, sowohl Webseite als auch die Apps sind leicht zu bedienen, einmal angefangene Filme können auf einem anderen Gerät an der gleichen Stelle weitergeschaut werden. Das ein oder andere fehlende Vorschaubild lässt sich da verzeihen.

Von den Apps für iPhone und iPad kann das Video sehr gut via AirPlay auf das AppleTV gestreamt werden, das entschädigt dafür, dass Lovefilm nicht wie die Konkurrenz von iTunes oder Watchever nativ auf AppleTV verfügbar ist.

Screenshot Lovefilm iPhone App

Fazit

Da man Lovefilm 30 Tage gratis testen kann, lohnt es sich, einfach mal dort hinein zu schauen. Zu einem Preis von 6,99 Euro pro Monat ist das Angebot auch nach dem Testzeitraum noch eine attraktive Alternative zu Pay-TV-Angeboten und der Videothek, wenn sich die kleinen technischen Unzulänglichkeiten nicht häufen. Das Abo ist monatlich kündbar. Mit fortschreitender Technik werden sich Qualität und Angebot laufend weiter verbessern, wodurch der entsprechende Vorsprung der physischen Medien wie DVD und Blu-ray Disc weiter schrumpft.

Update: Seit dem 26. Februar 2014 ist Lovefilm als ‚Amazon Prime Instant Video‚ im Prime Service von Amazon enthalten und steht nicht mehr unter eigenem Namen zur Verfügung.

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Ein Kommentar zu “Lovefilm im 30 Tage Gratis-Test”

  • Sam sagt:

    Okay, das muss ich mir mal ansehen. Auch wenn ich definitiv bei meinen DVDs und Blu-Rays bleibe, da ich mir meine Sammlung gern im Regal ansehe 😉
    Aber unsere Videothek ist so schlecht sortiert, dass das ja eine gute Alternative zu sein scheint. Ich leihe manche Filme doch lieber aus bevor ich sie kaufe… Danke für den Bericht!


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